Neue Koalition im Höxteraner Stadtrat stößt nachhaltige MVZ-Planung vor den Kopf
Höxter – Die Augenscheinlich neue Koalition aus CDU und BFH hat im Höxteraner Stadtrat überraschend eine Kursänderung durchgesetzt, die die geplante Gründung eines kommunalen medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) aus Sicht der FDP Höxter gefärdet. Bereits Mitte 2025 hatten sich Arbeitskreise und Politik mit breiter Mehrheit für die Errichtung eines kommunalen MVZ ausgesprochen, um die hausärztliche Grundversorgung in der Stadt langfristig sicherzustellen.
Demnach wurde eine GmbH gegründet, eine Geschäftsführung etabliert und die fachliche Kompetenz zur Aufstellung des MVZ der Geschäftsführung zugesprochen. Doch die neue Koalition drängt nun darauf, Größe und Raumkonzept der Geschäftsführung vorzugeben – in der Absicht, Kosten für Raummieten der GmbH zu sparen. Die FDP Höxter sieht hierin eine suboptimale Einflussnahme auf die operative Unabhängigkeit des künftigen MVZ.
In einer Ratssitzung am 29. Januar 2026 äußerte FDP-Ratsmitglied Martin Hillebrand deutliche Kritik: „Welcher Irrsinn.“ Die augenscheinlich kostenfreien Flächen sollen demnach aus dem Verpachtungsbestand der Verwaltung stammen, der ursprünglich für das alte Postgebäude vorgesehen war. Bereits als Vermietung vorgesehene Flächen würden damit obsolet und teils gar verprellt. Hillebrand bemängelte, dass die Raumbindung in städtischen Gebäuden weder sinnvoll noch zielführend sei und warb stattdessen für eine unabhängigere Lösung.
Die FDP betont, dass die Führung eines MVZ nicht in direkte Zuständigkeit der Verwaltung falle, sondern wünschenswert aus der künftigen MVZ-Geschäftsführung sich generiere. Aus ihrer Sicht gefährdet die aktuelle Entwicklung den erfolgreichen Start des MVZ. Für einen konkreten Ausbau der hausärztlichen Versorgung sei die Einbindung der praktizierenden Ärzte entscheidend.
Die FDP Höxter bleibt gespannt, wie sich die geplante kommunale Gesundheitsversorgung unter der neuen Mehrheitskonstellation entwickeln wird.
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